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Back
to the Roots!
Fury in the Slaughterhouse live in der Region -
„Nimby“ heißt das zehnte
Studioalbum der Hannoveraner, welches sie auf ihrer aktuellen
Deutschlandtournee vorstellen. Wir sprachen mit Bassist Christian Decker.
Mit dem neuen Album
zurück zur alten Plattenfirma – und zurück zu alten Tugenden?
Im Prinzip könnte man das so überschreiben. Ich will nicht
sagen, dass man nicht auch auf dem neuen Album Überraschungen erleben kann,
aber es hat in der Tat ganz gut geklappt, die alte Art des gemeinsamen Stücke
Schreibens wieder aufleben zu lassen. Was sich darin auswirkt, dass das neue
Album etwas gitarrenlastiger geworden ist, und eben nicht im Nachhinein durch
die Produktion wieder zugekleistert worden ist. Und das hat letzten Endes auch
dazu geführt, dass wir von den 15 neuen Stücken 12 eingeprobt haben für die
Tour – und das war in der Vergangenheit nicht immer so.
Also war bei den
letzten Alben die Produktion „Schuld“?
Die Produzenten sind jetzt nicht die bösen Buben, aber was
so an Samples und Experimenten mit reingekommen war, war nicht immer voll und
ganz Fury. Und diese Gefahr haben wir dadurch ausgeschlossen, dass wir dieses
Album selbst produziert haben.
Andererseits ist das
ja auch nur natürlich, wenn man in seiner Karriere ganz gerne mal etwas
ausprobiert.
Das stimmt, und die guten Seiten davon sind ja auch durchaus
hängen geblieben, es gibt ja auch Samples auf dem neuen Album, aber letzten
Endes kommt man irgendwie doch wieder zurück zu dem, was man am besten kann.
Was war für Euch der
Anstoß, das Album so werden zu lassen?
Erst einmal war es eine neue Herausforderung, das Album selber zu produzieren.
Und die Rückkehr zur alten Plattenfirma hat uns vielleicht auch dazu motiviert,
uns einfach noch einmal zusammen zu reißen, die alten Energien zu bündeln – und
da war es für uns ein logischer Schritt, uns diese und dieser Aufgabe zu
stellen.
Wo siehst Du das
aktuelle Album, wo kann es stehen?
Bevor ich das selber bewerten muss zitiere ich mal einen
Journalisten, der gesagt hat, es sei das beste Album seit „Mono“. Fest steht,
dass es einen wichtigen Schritt für uns darstellt, weil wir uns als Band wieder
gefunden haben.
Gibt es musikalische
Veränderungen?
Wir sind erfahrener, reifer und konnten Einflüsse
organischer einbauen. Und wir haben uns eben auch getraut, einfach wieder zurück
zu den Roots zu gehen, ohne allerdings Zwischenstationen außer Acht zu lassen.
Die aktuellen Stücke
wechseln ein bisschen zwischen dem frühen Fury-Punk und Stadion Rock.
Ja, das ist aber auch, was die Band für mich so interessant
macht. Die pathetische Seite kommt ja eher von den beiden Wingenfeldern,
während die rotzig rockende Seite eher von unserem rothaarigen Gitarristen
Stein-Schneider kommt. Und diese Gegensätze sind es auch, durch die Kreativität
entsteht.
Stichwort alte
Plattenfirma - hat SPV Euch mit offenen Armen wieder empfangen? Ich meine, die
waren sicherlich nicht besonders froh über Euren Weggang, oder?
Nein, aber sie haben es auch verstanden. Wir waren jung als
Band, brauchten das Geld, und es erschien – gerade mit dem Vertrag, den wir
angeboten bekommen hatten – einfach zu reizvoll um das nicht auszuprobieren.
Aber in einem so großen Apparat sind einfach die Wege viel länger, die Kontakte
viel unpersönlicher.
Also nicht ein
Schritt, den Ihr so noch einmal machen würdet?
Nein, wohl nicht, das stimmt. Aber vielleicht gehört auch
das zu den Erfahrungen, die man als Band machen muss.
Wäre das Album anders
ausgefallen, wenn Ihr noch bei EMI gewesen wärt?
Vielleicht, ja. So hatten wir jedenfalls alle Freiheiten,
das Album so zu machen, wie wir es am liebsten wollten.
Waren die EMI Alben
wenigsten erfolgreicher, oder ist „Mono“ immer noch Euer Highlight?
Ja, sowohl in künstlerischer wie in kommerzieller Hinsicht.
Das „Hearing...“-Album wurde von dem Erfolg dann noch ein bisschen mitgezogen,
aber trotzdem konnte keines unserer Alben den „Mono“-Erfolg wiederholen bisher.
Mit „Mono“ habt Ihr ja auch angefangen, im Ausland zu
touren – sind diese Pläne noch aktuell?
Nein, wir bleiben eher im benachbarten Ausland, da haben
alle mehr von, wir wie auch unseren hiesigen Fans. Es waren sicherlich
interessante Erfahrungen, aber gerade um in Amerika wirklich Fuß fassen zu
können, muss man unglaublich viel touren da. U2 z.B. haben fünf Jahre lang
nichts anderes gemacht, als durch die Staaten zu touren, bevor sie den Markt
wirklich erobert hatten.
Wir könne uns freuen, dass sich Fury wieder mehr auf den
deutschen Markt konzentrieren, denn so kommt es, dass wir auch in der Jadestadt
mal wieder live erleben können: Am 17.4.
in der Wilhelmshavener Stadthalle! Übrigens: Rechtzeitiges Erscheinen lohnt
sich, denn im Vorprogramm werden die Alternativ-Rockenden Holländer Spanner ihre klasse neue CD „Wonderful
World“ vorstellen!