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Moritz Wilken alias grim104

Das Geheimnis um das Programm des Watt En Schlick Festes ist weitgehend gelüftet, es gibt nur noch wenige „tba“-Lücken (to be announced, dt. wird noch bekanntgegeben) im Zeitplan. Sogar die letzten „Secrets“ wurden bis auf einen Namen genannt – so ist u.a. auch der Zeteler Rapper Moritz Wilken alias grim104 wieder dabei. Was wir zum Anlass nahmen, den Wahlberliner schon mal vor seinem Auftritt nach seinen aktuellen Projekten und Plänen zu befragen.

Interview Juli 2025

Woher kommt eigentlich der Name?

Der ist meiner Fantasie entsprungen. Vorher hatte ich mich MC Nordlicht genannt, aber den fand ich irgendwann zu banal. Grim104 klang schön finster, das passte gut zu der Musik, die ich machen wollte, als ich 2013 damit gestartet bin. Naja und irgendwann steht der Name, dann lässt sich der auch nicht mehr so einfach ändern. 

Kurz danach ging es ja auch mit Testo als Duo Zugezogen Maskulin (ZM) ziemlich schnell und ganz gut los.

Das stimmt, das war zehn Jahre lang ein Projekt, mit dem Hendrik und ich gut herumgekommen sind.

Ist die Zusammenarbeit beendet?

Sie liegt auf Eis. Hendrik hat einfach mit seinem Leben als Autor zu viel zu tun – und hat zudem da eine Ausdrucksform gefunden, die ihm wichtiger ist, als auf der Bühne zu stehen. Das begann mit dem Roman „Nullerjahre“ und ging u.a. mit Theateraufführungen weiter.

Da ist es gut, dass du deine Solokarriere immer schon parallel vorangetrieben hast. Trotzdem war ZM ein wichtiger Schritt zur Identitätsfindung, oder?

Superwichtig! Als das losging war ich knapp 25, hatte ein abgebrochenes Studium hinter mit, eine Ausbildung, die nicht richtig lief und konnte dann plötzlich das machen, was ich immer machen wollte – und immer noch mache. Ohne diese Band wüsste ich nicht, ob ich heute noch so als Musiker arbeiten könnte.

Immerhin hat dich dein Praktikum als Kaufmann für Audiovisuelle Medien bei rap.de mit Hendrik zusammengebracht.

Ja, das Schicksal hat es gut mit mir gemeint.

Beim letzten Watt En Schlick Fest vor 3 Jahren war deine Auftrittszeit noch suboptimal, dieses Jahr bist du sozusagen die goldene Mitte des gesamten Programms, oder?

Sonntagmittag ist auch auf einem Festival noch nicht die beste Partyzeit, da klingt Samstagnachmittag schon deutlich besser, das stimmt. Ich freu mich drauf! Nach dem Auftritt mit ZM 2016 ist es jetzt mein drittes Konzert beim WES.

Ist es leichter, in der Anonymität einer fremden Stadt zu spielen als in Friesland, wo man dich vielleicht noch als kleinen Nerd kennt?

Nee, da bin ich schamfrei. Das wäre vielleicht anders, wenn es mein erster Auftritt mit 17 wäre, aber nee, das kann ich, das mag ich und das ist, was ich machen möchte. Da steht jetzt ja auch nicht die komplette alte Klasse 8b der Realschule Zetel vor mir – und selbst wenn, die haben mich eh nie anders erlebt, als jemanden, der irgendwann im Mittelpunkt und auf der Bühne stehen möchte.

Ein bisschen Rampensau muss man da schon sein…

Natürlich. Bin ich. Je mehr desto besser. Ich freue mich über jedes Festivalbooking, aber an einem Ort zu spielen, den ich seit meinem 5. Lebensjahr kenne und der mit Partys am Strand und im Kurhaus für viele schöne Erinnerungen verantwortlich ist, ist schon etwas ganz besonderes. Und ein Song wie „Frosch“ ist überall gut, aber letztlich teile ich da Erinnerungen an Zetel, Bockhorn und Neuenburg. Und wenn ich über ein Osterfeuer rappe, bei dem ich auf die Fresse gekriegt habe, dann ist es einfach cooler, zu wissen, dass es in Büppel war. Außerdem ist es schöner, alte Kontakte zu treffen – und vielleicht auch ein bisschen zeigen zu können, dass ich immer noch mit meiner Kunst mein Leben bestreite.

Du wirst manchmal als Punk bezeichnet, was verbindet dich damit?

Das stammt noch aus der Zeit, als HipHopper typische Klischees bedienten, die ich vielleicht nicht bedient habe.  Mittlerweile ist die Szene vielfältiger, aber es stimmt natürlich schon, in Friesland gab es nun mal wenig Rap-Konzerte. Zudem war ich immer offen für andere Stile, also habe ich mich über „Pinnwand“-Konzerte mit lokalen Punkbands in der Weberei gefreut – und habe das vielleicht auch als Vorbild für meine Shows genommen.

Letztes Jahr hattest du ein neues Album und eine komplette Tournee, dieses Jahr ist es etwas ruhiger?

Was die Auftritte angeht, ja, da sind es deutlich weniger, neben dem WES spiele ich noch ein Festival in Düsseldorf und zwei Supports für die Antilopengang in Mainz und im Allgäu und ansonsten arbeite ich gerade an der Fertigstellung meines neuen Album, das 2026 erscheinen wird.

Möchtest du darüber schon mehr erzählen?

Ehrlich gesagt, lieber noch nicht. Aber hier in der NWZ erfahrt ihr alles Wichtige zuerst!

Wird es schon neue Songs geben?

Ich will noch nichts versprechen, vielleicht probiere ich schon ein, zwei Songs aus. Ansonsten habe ich auch so noch gutes Material vom letzten Album und den letzten Tourneen.